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Summary

Castellum Carvium

Class:

  • Castle
  • invisible
  • Location uncertain
(see also PELAGIOS)

Identifiers:

Nearby

Museum Forum Arenacum

Museum Forum Arenacum

Castellum Harenatium

Befestigungsanlage Harenatium.

Castellum Duiven - Loowaard

Castellum Duiven / Loowaard

Replica grafsteen Marcus Mallius

Grafsteen van soldaat begraven bij de dam in Carvium

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Surroundings (Panoramio)

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Carvium war ein römisches Grenzkastell am Niedergermanischen Limes.

Lage

Der durch Rheinüberflutungen und -unterspülungen inzwischen abgegangene Garnisonsplatz befand sich am Ufer des Flusses, knapp drei Kilometer südöstlich der Stelle, an der sich die Waal vom Rhein abspaltet. Hier überschritt die Limesstraße den Fluss, was möglicherweise der Grund war, an dieser Stelle ein Kastell zu errichten. Im heutigen siedlungsgeographischen Bild lag das Lager auf dem Gebiet der niederländischen Gemeinde Rijnwaarden, in der Provinz Gelderland.

Geschichte und Befunde

Carvium war ein Kohortenkastell, das entweder noch unter Caligula ab dem Jahre 40 oder in frühclaudischer Zeit, möglicherweise während der Statthalterschaft des Gnaeus Domitius Corbulo ab dem Jahre 47, gegründet wurde. Belegt war das Kastell von der Cohors II civium Romanorum equitata pia fidelis („2. teilberittene Kohorte römischer Bürger mit den Beinamen die Fromme, die Treue“). Das Kastell bestand bis zu seiner Zerstörung in Folge eines Frankeneinfalls im Jahr 275 unter derselben Besatzung. Es wurde aber möglicherweise in spätantiker Zeit, im vierten Jahrhundert, noch einmal neu errichtet. Die Befunde wurden durch den mäandernden Fluss vermutlich gänzlich weggespült. Nur durch das seit 1938 vornehmlich bei Baggerarbeiten im Polder „De Bijland“ zu Tage getretene, relativ hohe und eindeutige Fundaufkommen (Militärische Ausrüstungsgegenstände, Baufragmente) konnte das Lager zwischen den Dörfern Herwen (worin der antike Name Carvium überlebt hat) und Aerdt lokalisiert und datiert werden. Die Zusammensetzung des Fundmaterials weist auch auf die mögliche Existenz einer zivilen Siedlung (Vicus) hin, die aber archäologisch ebenfalls nicht nachgewiesen werden konnte.

Unweit des Kastells muss sich ein Damm (moles) befunden haben, worauf die Inschrift auf dem Grabstein eines dort bestatteten Legionärs hinweist 1:

    M(arcus) Mallius
    M(arci) f(ilius) Galer(ia) Genua
    mile(s) leg(ionis) I |(centuria) Rusonis
    anno(rum) XXXV stip(endiorum) XVI
    Carvio ad molem
    sepultus est ex test(amento)
    heredes duo f(aciendum) c(uraverunt)

Übersetzung: „Marcus Mallius, Sohn des Marcus, aus der Tribus Galeria, aus Genua, Soldat der 1. Legion, aus der Zenturie des Ruso, 35 Jahre alt, 16 Dienstjahre, ist in Carvium am Damm bestattet. Gemäß seinem Testament haben seine beiden Erben diesen Grabstein errichtet.“ Der Grabstein befindet sich heute im Museum Het Valkhof in Nijmegen 2

Auch bei Tacitus findet dieser Damm Erwähnung 3. Er wurde vermutlich unter Drusus im Zusammenhang mit der Errichtung der Fossa Drusiana erbaut und war von einer gewissen strategischen Bedeutung, da durch die Waalquerung der Limesstraße eine direkte Verbindung nach Ulpia Noviomagus Batavorum (Nijmegen) zu Stande kam.

Aktuell existieren Pläne, das Kastell unter dem Namen Carvium Novum zu rekonstruieren. 4

Literatur

  • Tilmann Bechert, Harry van Enckevort, Willem J. H. Willems: Von der Lippe zur Waal. In: Tilmann Bechert und Willem J. H. Willems (Hrsg.): Die römische Reichsgrenze zwischen Mosel und Nordseeküste. Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1189-2, S. 64f.
  • Julianus Egidius Bogaers: Herwen en Aerdt-De Bijland − Carvium. In: Julianus Egidius Bogaers und Christoph B. Rüger: Der Niedergermanische Limes. Materialien zu seiner Geschichte. Rheinland-Verlag, Köln 1974, ISBN 3-7927-0194-4, S. 90f.
  • Alexander Willem Byvanck: Nederland in Den Romeinschen Tijd. Leiden 1943, S. 392–395.
  • Günter Neumann: Carvium. In: Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Band 4, S. 346f., auch online
  • Willem J. H. Willems: Romans and Batavians. In: Ber. Rijksdienst Oudheidkundig Bodemonderzoek 34, 1984, S. 15ff., S. 52f., S. 257f.

Weblinks

References

  1. Herbert Nesselhauf, Hans Lieb: Dritter Nachtrag zu CIL XIII: Inschriften aus den germanischen Provinzen und dem Treverergebiet. In: Bericht der Römisch-Germanischen Kommission 40, 1959, S. 120–228, Nr. 258.
  2. Offizielle Webpräsenz des Museums Het Valkhof in Nijmegen
  3. Tacitus, Annales XIII, 53; Tacitus, Historiae V, 19.
  4. N. Huisman: Lobith, Park Carvium Novum (Gemeente Rijnwaarden, Eltenseweg). Een inventariserend veldonderzoek in de vorm van proefsleuven. ADC ArcheoProjecten, Amersfort 2009, ISBN 978-90-6836-774-4.

Carvium war ein römisches Grenzkastell am Niedergermanischen Limes.

Lage

Der durch Rheinüberflutungen und -unterspülungen inzwischen abgegangene Garnisonsplatz befand sich am Ufer des Flusses, knapp drei Kilometer südöstlich der Stelle, an der sich die Waal vom Rhein abspaltet. Hier überschritt die Limesstraße den Fluss, was möglicherweise der Grund war, an dieser Stelle ein Kastell zu errichten. Im heutigen siedlungsgeographischen Bild lag das Lager auf dem Gebiet der niederländischen Gemeinde Rijnwaarden, in der Provinz Gelderland.

Geschichte und Befunde

Carvium war ein Kohortenkastell, das entweder noch unter Caligula ab dem Jahre 40 oder in frühclaudischer Zeit, möglicherweise während der Statthalterschaft des Gnaeus Domitius Corbulo ab dem Jahre 47, gegründet wurde. Belegt war das Kastell von der Cohors II civium Romanorum equitata pia fidelis („2. teilberittene Kohorte römischer Bürger mit den Beinamen die Fromme, die Treue“). Das Kastell bestand bis zu seiner Zerstörung in Folge eines Frankeneinfalls im Jahr 275 unter derselben Besatzung. Es wurde aber möglicherweise in spätantiker Zeit, im vierten Jahrhundert, noch einmal neu errichtet. Die Befunde wurden durch den mäandernden Fluss vermutlich gänzlich weggespült. Nur durch das seit 1938 vornehmlich bei Baggerarbeiten im Polder „De Bijland“ zu Tage getretene, relativ hohe und eindeutige Fundaufkommen (Militärische Ausrüstungsgegenstände, Baufragmente) konnte das Lager zwischen den Dörfern Herwen (worin der antike Name Carvium überlebt hat) und Aerdt lokalisiert und datiert werden. Die Zusammensetzung des Fundmaterials weist auch auf die mögliche Existenz einer zivilen Siedlung (Vicus) hin, die aber archäologisch ebenfalls nicht nachgewiesen werden konnte.

Unweit des Kastells muss sich ein Damm (moles) befunden haben, worauf die Inschrift auf dem Grabstein eines dort bestatteten Legionärs hinweist 1:

    M(arcus) Mallius
    M(arci) f(ilius) Galer(ia) Genua
    mile(s) leg(ionis) I |(centuria) Rusonis
    anno(rum) XXXV stip(endiorum) XVI
    Carvio ad molem
    sepultus est ex test(amento)
    heredes duo f(aciendum) c(uraverunt)

Übersetzung: „Marcus Mallius, Sohn des Marcus, aus der Tribus Galeria, aus Genua, Soldat der 1. Legion, aus der Zenturie des Ruso, 35 Jahre alt, 16 Dienstjahre, ist in Carvium am Damm bestattet. Gemäß seinem Testament haben seine beiden Erben diesen Grabstein errichtet.“ Der Grabstein befindet sich heute im Museum Het Valkhof in Nijmegen 2

Auch bei Tacitus findet dieser Damm Erwähnung 3. Er wurde vermutlich unter Drusus im Zusammenhang mit der Errichtung der Fossa Drusiana erbaut und war von einer gewissen strategischen Bedeutung, da durch die Waalquerung der Limesstraße eine direkte Verbindung nach Ulpia Noviomagus Batavorum (Nijmegen) zu Stande kam.

Aktuell existieren Pläne, das Kastell unter dem Namen Carvium Novum zu rekonstruieren. 4

Literatur

  • Tilmann Bechert, Harry van Enckevort, Willem J. H. Willems: Von der Lippe zur Waal. In: Tilmann Bechert und Willem J. H. Willems (Hrsg.): Die römische Reichsgrenze zwischen Mosel und Nordseeküste. Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1189-2, S. 64f.
  • Julianus Egidius Bogaers: Herwen en Aerdt-De Bijland − Carvium. In: Julianus Egidius Bogaers und Christoph B. Rüger: Der Niedergermanische Limes. Materialien zu seiner Geschichte. Rheinland-Verlag, Köln 1974, ISBN 3-7927-0194-4, S. 90f.
  • Alexander Willem Byvanck: Nederland in Den Romeinschen Tijd. Leiden 1943, S. 392–395.
  • Günter Neumann: Carvium. In: Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Band 4, S. 346f., auch online
  • Willem J. H. Willems: Romans and Batavians. In: Ber. Rijksdienst Oudheidkundig Bodemonderzoek 34, 1984, S. 15ff., S. 52f., S. 257f.

Weblinks

References

  1. Herbert Nesselhauf, Hans Lieb: Dritter Nachtrag zu CIL XIII: Inschriften aus den germanischen Provinzen und dem Treverergebiet. In: Bericht der Römisch-Germanischen Kommission 40, 1959, S. 120–228, Nr. 258.
  2. Offizielle Webpräsenz des Museums Het Valkhof in Nijmegen
  3. Tacitus, Annales XIII, 53; Tacitus, Historiae V, 19.
  4. N. Huisman: Lobith, Park Carvium Novum (Gemeente Rijnwaarden, Eltenseweg). Een inventariserend veldonderzoek in de vorm van proefsleuven. ADC ArcheoProjecten, Amersfort 2009, ISBN 978-90-6836-774-4.

Castellum Carvium lag in de Romeinse tijd dicht bij de splitsing van Rijn en Waal, en niet ver van de dam en het kanaal van Drusus. De dam van Drusus was waarschijnlijk de aanleiding om al vroeg in de Romeinse tijd een versterking te bouwen. Het fort huisvestte lange tijd het Cohors II civium Romanorum equitata pia fidelis. De vermelding 'civium Romanorum' betekende dat de soldaten uit deze hulptroep het Romeinse burgerrecht bezaten. De soldaten verlieten Carvium waarschijnlijk rond 275 na Chr., maar het fort speelde mogelijk in de 4de eeuw opnieuw een rol. Er zijn aanwijzingen dat het fort ook een vicus en een grafveld bezat. Dankzij de grafsteen van een soldaat uit Genua is de naam van het castellum bekend. Volgens de inscriptie op de grafsteen ligt Mallius begraven in 'Carvium ad Molem'. Hierdoor weten we ook dat daar een dam (moles) moet hebben gelegen. De steen ligt in museum Het Valkhof, Nijmegen1.

References

  1. Provincie Utrecht: Terreinencatalogus voor de werelderfgoednominatie Romeinse Limes