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Dieses Kastell zählt zu den am besten erforschten Lagern am norisch-pannonischen Limes. Das Hilfstruppenlager am Westrand der Lagerstadt konnte eine 500 Mann starke Reitereinheit aufnehmen (ala quinquenaria). Die vorrömische Zeit des Kastellareals ist durch einige Siedlungsgruben dokumentiert, die möglicherweise um Christi Geburt entstanden. Einige ebenfalls unter dem Kastell befindliche Gräber markieren den ältesten römischen Horizont. Dazu gehört ein beim Bau des ersten Lagers zerstörter Grabstein für einen namentlich nicht bekannten Angehörigen der legio XV Apollinaris. Er stand auf dem ausgedehnten Gräberfeld, das auf einer Länge von mehreren Kilometern die zum Legionslager führende Limesstraße begleitete. Aus der Entstehungszeit stammte im Kastellbereich auch ein Kuppelofen mit rechteckiger Beschickungsgrube. Vielleicht diente er als Backofen für die am Bau beteiligten Soldaten. Insgesamt konnten bei den Ausgrabungen vier Bauphasen unterschieden werden. Beim Bau der Wohnsiedlung wurde nicht das komplette Kastell zerstört. Im Bereich des Kastellbades sowie bei zwei Abschnitten der südlichen und östlichen Mauer konnte eine moderne Überbauung verhindert werden.
Kastell I
Das frühe Lager war fast vollständig aus Holz erbaut. Die Front war gegen das nordöstlich davon liegende Legionslager ausgerichtet. Drei Seiten des Kastells konnten durch Grabungen untersucht werden. Der Verlauf der übrigen Kastellmauer ist nur aus der Luftbildprospektion bekannt. Die vollständige Ausdehnung des Kastells betrug 178 × 225 Meter, es bedeckte somit eine Gesamtfläche von rund vier Hektar.
Kastell II
Das Lager hatte einen spielkartenförmigen Grundriss und wurde bei seiner Neuerrichtung um etwa 90° gedreht. Die Prätorialfront war nun gegen das Donauufer orientiert und gleich wie das Legionslager ausgerichtet. Die Lagerfläche wurde auf 178 × 205 Meter (3,65 Hektar) verkleinert.
Kastell III
Die dritte Bauperiode setzte in den sechziger Jahren des 2. Jahrhunderts ein und dauerte bis zu dessen Ende. In dieser Zeit wurde das Kastell als Nachschubdepot verwendet. Die zahlreichen baulichen Veränderungen lassen sich nach den bisherigen Analysen in mindestens fünf Unterphasen aufgliedern.
Kastell IV
In der Zeit um 200 n. Chr. kam es zu den letzten großen Umbauten im Lager, da es nun wieder ausschließlich als Reiterlager genutzt wurde. Ob das Kastell auch ab der Mitte des 3. Jahrhunderts noch vom Militär besetzt war, lässt sich nicht mehr sagen. Als man im Hof des Praetoriums auf einen verschütteten Brunnen stieß, fand man in der Verfüllung unter anderem Münzen aus der Zeit der Kaiser Aurelian (270–275 n. Chr.) und Probus (276–282 n. Chr.). Bis zur ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts dürften noch einige Teile der Umfassungsmauer, des Bades und des Kommandogebäudes zu sehen gewesen sein. Sie fielen danach dem Steinraub zum Opfer.
https://de.wikipedia.org/wiki/Carnuntum_(Milit%C3%A4rlager)
Dieses Kastell zählt zu den am besten erforschten Lagern am norisch-pannonischen Limes. Das Hilfstruppenlager am Westrand der Lagerstadt konnte eine 500 Mann starke Reitereinheit aufnehmen (ala quinquenaria). Die vorrömische Zeit des Kastellareals ist durch einige Siedlungsgruben dokumentiert, die möglicherweise um Christi Geburt entstanden. Einige ebenfalls unter dem Kastell befindliche Gräber markieren den ältesten römischen Horizont. Dazu gehört ein beim Bau des ersten Lagers zerstörter Grabstein für einen namentlich nicht bekannten Angehörigen der legio XV Apollinaris. Er stand auf dem ausgedehnten Gräberfeld, das auf einer Länge von mehreren Kilometern die zum Legionslager führende Limesstraße begleitete. Aus der Entstehungszeit stammte im Kastellbereich auch ein Kuppelofen mit rechteckiger Beschickungsgrube. Vielleicht diente er als Backofen für die am Bau beteiligten Soldaten. Insgesamt konnten bei den Ausgrabungen vier Bauphasen unterschieden werden. Beim Bau der Wohnsiedlung wurde nicht das komplette Kastell zerstört. Im Bereich des Kastellbades sowie bei zwei Abschnitten der südlichen und östlichen Mauer konnte eine moderne Überbauung verhindert werden.
Kastell I
Das frühe Lager war fast vollständig aus Holz erbaut. Die Front war gegen das nordöstlich davon liegende Legionslager ausgerichtet. Drei Seiten des Kastells konnten durch Grabungen untersucht werden. Der Verlauf der übrigen Kastellmauer ist nur aus der Luftbildprospektion bekannt. Die vollständige Ausdehnung des Kastells betrug 178 × 225 Meter, es bedeckte somit eine Gesamtfläche von rund vier Hektar.
Kastell II
Das Lager hatte einen spielkartenförmigen Grundriss und wurde bei seiner Neuerrichtung um etwa 90° gedreht. Die Prätorialfront war nun gegen das Donauufer orientiert und gleich wie das Legionslager ausgerichtet. Die Lagerfläche wurde auf 178 × 205 Meter (3,65 Hektar) verkleinert.
Kastell III
Die dritte Bauperiode setzte in den sechziger Jahren des 2. Jahrhunderts ein und dauerte bis zu dessen Ende. In dieser Zeit wurde das Kastell als Nachschubdepot verwendet. Die zahlreichen baulichen Veränderungen lassen sich nach den bisherigen Analysen in mindestens fünf Unterphasen aufgliedern.
Kastell IV
In der Zeit um 200 n. Chr. kam es zu den letzten großen Umbauten im Lager, da es nun wieder ausschließlich als Reiterlager genutzt wurde. Ob das Kastell auch ab der Mitte des 3. Jahrhunderts noch vom Militär besetzt war, lässt sich nicht mehr sagen. Als man im Hof des Praetoriums auf einen verschütteten Brunnen stieß, fand man in der Verfüllung unter anderem Münzen aus der Zeit der Kaiser Aurelian (270–275 n. Chr.) und Probus (276–282 n. Chr.). Bis zur ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts dürften noch einige Teile der Umfassungsmauer, des Bades und des Kommandogebäudes zu sehen gewesen sein. Sie fielen danach dem Steinraub zum Opfer.
https://de.wikipedia.org/wiki/Carnuntum_(Milit%C3%A4rlager)