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Summary

Celtic oppidum

Class:

  • Vicus or canabae
  • visible
  • Location ± 25-100 m.
(see also PELAGIOS)

Identifiers:

Nearby

Celtic-Roman Museum Manching

Kelten- und Römermuseum Manching Im Erlet 2, 85077 Manching

Kleinkastell Oberstimm

Kleinkastell

Kastell Oberstimm

Kastell Oberstimm

Kastell Ingolstadt-Zuchering I

Kastell Ingolstadt-Zuchering I

Images

Surroundings (Panoramio)

Annotation

Oppidum of Manching was large Celtic settlement, wich existed from III century BC untill 50-30 BC.

Das Oppidum Manching war zur Keltenzeit die größte Siedlung nördlich der Alpen mit bis zu 10000 Einwohnern. Allerdings ist das Oppidum zwischen 50 v.Chr. und 30 v.Chr. rasant verfallen. Ein Zusammenhang zum gallischen Krieg wird vermutet, aber ob dieser relativ direkt ist - z.B. Beteiligung der wehrfähigen vindelikischen Krieger vor Alesia - oder indirekt - z.B. Verödung der Handelswege von West nach Ost entlang der Donau durch Umleitung über das Mittelmeer - ist unklar. In jedem Fall war das Oppidum bei Ankunft der Römer 15 v.Chr. bereits verlassen (alte Theorien, dass der Untergang des Oppidums durch die Ankunft der Römer vor Ort ausgelöst wurde gelten als wiederlegt).

Zum Oppidum siehe z.B. auch Wikipedia. Vor Ort gibt es einen Spazierweg mit diversen Infotafeln, man kann den heute noch beeindruckenden Ringwall besichtigen, es gibt rekonstruierte Abschnitte des Walls und von Zangentoren. Ein Besuch lohnt sich, insbesondere in Verbindung mit dem nahen Kelten- & Römermuseum Manching wo es viele Funde und Modelle zu sehen gibt.

Hier besonders erwähnenswert sind diverse römische Einzelfunde (siehe z.B. "alles geritzt" Begleitband zur Sonderausstelung der Archäologischen Staatsammlung München 10/2005 - 4/2006) im Oppidum wie ein Beinstilus und andere römische Griffel (siehe G. JACOBI 'Zum Schriftgebrauch in keltischen Oppidanördlich der Alpen', Hamburger Beiträge zur Archäologie 4, 1974), typische römische Holz-Wachsschreibtafeln, Keramikscherben mit lateinischen Schriftzeichen (z.B. eine Ritzung: BOIOS; siehe W.KRÄMER, 'Graffiti auf Spätlatenekeramik aus Manching', Germania 60, 1982) die aus der Zeit 100 v.Chr. bis 80 v. Chr. stammen. Diese Funde belegen, dass das nördliche Alpenvorland auch schon weit vor dem Alpenfeldzug 15 v.Chr. über den Handel mit dem römischen Reich verbunden war.