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Summary

spät-spätrömisches (oder frühbajuwarisches) Gräberfeld

Class:

  • Grave or burial field
  • invisible
  • Location ± 25-100 m.
(see also PELAGIOS)

Identifiers:

Nearby

Nutzöfen Freiham

Brennofenanlage

München-Freiham

(Ziegel-)Brennöfen und Siedlungsrest

Villa Rustica Aubinger Wald II

Villa rustica

Villa Rustica Aubing

Gutshof

Images

Surroundings (Panoramio)

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Einzigartiges, spätantikes Gräberfeld in Freiham - Funde geben Auskunft über den Niedergang der Römer

Das bisher unbekannte spätantike Gräberfeld von Freiham gehört zu den seltenen Zeugnissen der spätrömischen Besiedlung in der Münchener Schotterebene. Einige Fundstellen der letzten Jahre weisen inzwischen auf regionale Gemeinsamkeiten der hier lebenden spätrömischen Bevölkerung hin. Immer wieder deuten Grabbeigaben, die nicht aus römischen Werkstätten stammen, engere Kontakte in die germanischen Gebiete nördlich der Donau an“, berichtet Dr. Jochen Haberstroh, stellv. Abteilungsleiter der Praktischen Denkmalpflege Bodendenkmäler im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.
Insgesamt umfasst das spätantike Gräberfeld nach aktuellem Kenntnisstand 20 Bestattungen von Männern, Frauen und Kindern. Manche der Grabbeigaben sind geschlechtstypisch, manche
wiederum geschlechtsneutral, jedoch von besonderer Bedeutung wie zum Beispiel ein Glaspokal aus dem frühen fünften Jahrhundert nach Christus. Zu den Grabbeigaben gehören Keramikschalen, Eisengeräte und Schmuckgegenstände wie zum Beispiel Armringe, Finger- und Ohrringe oder auch Glasperlen.
Fibeln, die als metallene Gewandnadel in der damaligen Zeit eine wichtige Funktion erfüllten und gleichzeitig auch Auskunft über den sozialen Status einer Person geben konnten, sind in verschiedenen Varianten zu finden. Besonders eindrucksvoll ist eine Zwiebelknopffibel, die besonders reich verziert ist und einen Hinweis auf den sozialen Status seines Besitzers gibt: ihr Träger diente im spätrömischen Militär in einer ranghohen Funktion.
Beispielhaft für die Krise beziehungsweise den bereits einsetzenden Niedergang des Römischen Reiches ist eine aufwändig durch Metallmontierungen reparierte Keramikschale. Waren im 2./3. Jahrhundert die Handelswege zur Versorgung mit qualitativ hochwertiger Keramik intakt, ändert sich das im Verlauf des 4. Jahrhunderts. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass solche Keramikfunde der Spätantike im Münchner Umland Zeugnisse einer „Reparatur-Gesellschaft“ sind.

(Quelle: PRESSEMITTEILUNG 24.9.2014 Beate Zarges, Pressesprecherin Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Hofgraben 4, 80539 München Telefon: 089/2114-245 Mobil: 0160/96911527 E-Mail: eate.zarges@blfd.bayern.de Homepage: www.blfd.bayern.de)

Bilder gibt es im Lokalteil der TZ ( http://www.tz.de/muenchen/stadt/aubing-lochhausen-langwied-ort43354/freiham-friedhof-ur-bayern-entdeckt-3926954.html ) und im Münchner Merkur ( http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/ursprung-bajuwaren-spur-3927993.html ).
 

In der Nähe wurde im Frühjahr 2017 ein kleiner Aussichtsturm in Form einer Eieruhr aufgestellt, der den Zeitverlauf von der antiken Besiedlung hin zu Münchens neuestem Stadteil Freiham symbolisieren soll.

 

Einzigartiges, spätantikes Gräberfeld in Freiham - Funde geben Auskunft über den Niedergang der Römer

Das bisher unbekannte spätantike Gräberfeld von Freiham gehört zu den seltenen Zeugnissen der spätrömischen Besiedlung in der Münchener Schotterebene. Einige Fundstellen der letzten Jahre weisen inzwischen auf regionale Gemeinsamkeiten der hier lebenden spätrömischen Bevölkerung hin. Immer wieder deuten Grabbeigaben, die nicht aus römischen Werkstätten stammen, engere Kontakte in die germanischen Gebiete nördlich der Donau an“, berichtet Dr. Jochen Haberstroh, stellv. Abteilungsleiter der Praktischen Denkmalpflege Bodendenkmäler im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.
Insgesamt umfasst das spätantike Gräberfeld nach aktuellem Kenntnisstand 20 Bestattungen von Männern, Frauen und Kindern. Manche der Grabbeigaben sind geschlechtstypisch, manche
wiederum geschlechtsneutral, jedoch von besonderer Bedeutung wie zum Beispiel ein Glaspokal aus dem frühen fünften Jahrhundert nach Christus. Zu den Grabbeigaben gehören Keramikschalen, Eisengeräte und Schmuckgegenstände wie zum Beispiel Armringe, Finger- und Ohrringe oder auch Glasperlen.
Fibeln, die als metallene Gewandnadel in der damaligen Zeit eine wichtige Funktion erfüllten und gleichzeitig auch Auskunft über den sozialen Status einer Person geben konnten, sind in verschiedenen Varianten zu finden. Besonders eindrucksvoll ist eine Zwiebelknopffibel, die besonders reich verziert ist und einen Hinweis auf den sozialen Status seines Besitzers gibt: ihr Träger diente im spätrömischen Militär in einer ranghohen Funktion.
Beispielhaft für die Krise beziehungsweise den bereits einsetzenden Niedergang des Römischen Reiches ist eine aufwändig durch Metallmontierungen reparierte Keramikschale. Waren im 2./3. Jahrhundert die Handelswege zur Versorgung mit qualitativ hochwertiger Keramik intakt, ändert sich das im Verlauf des 4. Jahrhunderts. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass solche Keramikfunde der Spätantike im Münchner Umland Zeugnisse einer „Reparatur-Gesellschaft“ sind.

(Quelle: PRESSEMITTEILUNG 24.9.2014 Beate Zarges, Pressesprecherin Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Hofgraben 4, 80539 München Telefon: 089/2114-245 Mobil: 0160/96911527 E-Mail: eate.zarges@blfd.bayern.de Homepage: www.blfd.bayern.de)

Bilder gibt es im Lokalteil der TZ ( http://www.tz.de/muenchen/stadt/aubing-lochhausen-langwied-ort43354/freiham-friedhof-ur-bayern-entdeckt-3926954.html ) und im Münchner Merkur ( http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/ursprung-bajuwaren-spur-3927993.html ).
 

In der Nähe wurde im Frühjahr 2017 ein kleiner Aussichtsturm in Form einer Eieruhr aufgestellt, der den Zeitverlauf von der antiken Besiedlung hin zu Münchens neuestem Stadteil Freiham symbolisieren soll.