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Summary

Turm 12-77 - Nachbau Holzturm

Class:

  • Watchtower
  • visible
  • Location ± 0-5 m.
(see also PELAGIOS)

Identifiers:

Nearby

Turm 12-77

Turm 12/77 (import http://deutsche-limeskommission.de/)

Limesmauer (Mahdholz)

Limesmauer (Mahdholz)

Kastell Rainau-Buch

Kastell Rainau-Buch (import http://deutsche-limeskommission.de/)

Turm -12-76

Turm -12/76 (import http://deutsche-limeskommission.de/)

Images

Surroundings (Panoramio)

Annotation

There is no English annotation yet. Presented is an annotation in German.

 

Typ/Type: Militär - Turm - Holzturm / Military - Tower

Limes: Raetischer Limes

RLK: ORL Wp 12/77

 

Provinz/Province: Raetia

 

Adresse/Address: Mahdholz, 73492 Rainau-Buch, Deutschland

 

errichtet/built: 130

Untergang/Decline: 235

 

Siehe/See Further:

 

Beschreibung:1

Der Limes war keine Wehranlage zur Verteidigung des Reiches, sondern eher eine überwachte Grenzlinie. Die Wachttürme lagen 200 - 1000 Meter auseinander, hatten untereinander Sichtverbindung und waren jeweils mit etwa vier Soldaten besetzt. Mit Hornsignalen oder Fackeln konnten entlang dieser Meldekette Nachrichten bis zum nächsten Kastell weitergeleitet werden.

 

An den wenigen Limesübergängen kontrollierten die Wachsoldaten den Personen- und Warenverkehr in das römische Reich. Die Intensität dieses kleinen Grenzverkehrs war unterschiedlich. Im direkten Vorfeld des Limes bei Aalen/Rainau lebten nur sehr wenige Germanen, allerdings verlief hier eine alte Verkehrsroute von der Donau über Aalen nach Rainau. Über den Limes bei Dalkingen führte der Weg Richtung Norden bis an den Main, wo zahlreiche germanische Siedlungen nachgewiesen wurden. Deren Bewohner pflegten einen weitgehend friedlichen Umgang mit den Römern.

 

Die Wachmannschaften waren für längere Zeit auf einen Turm abkommandiert, wobei sie ihre Lebensmittel (Getreide, Hülsenfrüchte und wenig Fleisch) entweder selbst auf einem Lasttier mitbrachten oder vom Kastell aus beliefert wurden. Die Tagesration von 1 kg Getreide pro Person musste mit der Handmühle gemahlen werden. Bei der Ausgrabung einer Turmstelle am hessischen Limes konnten um den Turm herum Erdkeller und Backöfen gefunden werden. Vielleicht wurden sogar Schweine, Ziegen oder Hühner gehalten und bei Bedarf geschlachtet.

 

Höhe, Zugänge und Fenster

Die Wachttürme am Limes hatten in der Regel drei Geschosse, wobei die Standhöhe in der Wachstube durch die notwendigen Sichtverbindungen zu den Nachbartürmen bestimmt wurde. Über dem Sockelgeschoss ag die Wohnstube und darüber die Wachstube, die beide etwa 3,30 m hoch sind. Die Gesamthöhe des Turmes beträgt 11,70 m. Der Eingang lag im ersten Stock und konnte nur über eine Leiter erreicht werden, die bei Gefahr und über Nacht eingezogen wurde. Auch das Obergeschoss wurde sicher über eine Leiter erreicht, die wohl in der Mitte des Raumes durch eine verschließbare Dachluke hinaufführte. Da das Mittelgeschoss als Wohn- und Aufenthaltsraum der Wachmannschaft diente, wird es ein bis zwei kleine Fenster besessen haben.

 

Warum fehlt die Galerie?

Während die Steintürme auf der Traianssäule eine umlaufende Galerie zeigen, sprechen die Panoramafenster der Odenwaldtürme gegen einen solchen Umgang. Für die Türme am vorderen Limes fehlen dazu jegliche Hinweise. Da Holztürme mit Galerie eine aufwändigere Baukonstruktion erfordern, wurde hier darauf verzichtet. Die Fenster im Obergeschossbieten haben einen hervorragenden Rundblick und der Wachsoldat konnte sich so besser vor Wind und Wetter schützen und bot möglichen Feinden kein leichtes Ziel.

 

Dachdeckung

Die Holztürme können mit Schindeln, Brettern oder Bohlen gedeckt worden sein, wobei alle Techniken für die Römerzeit belegt sind. Im Bereich der Grate waren Abdeckungen vorhanden, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Am Firstkranz ergibt sich zudem eine waagerechte Fläche, die entweder als Rauchabzug genutzt wurde oder wie hier ein Verzierungselement in Form eines Pinienzapfens trug.

References

  1. den Informationstafeln vor Ort entnommen

 

Typ/Type: Militär - Turm - Holzturm / Military - Tower

Limes: Raetischer Limes

RLK: ORL Wp 12/77

 

Provinz/Province: Raetia

 

Adresse/Address: Mahdholz, 73492 Rainau-Buch, Deutschland

 

errichtet/built: 130

Untergang/Decline: 235

 

Siehe/See Further:

 

Beschreibung:1

Der Limes war keine Wehranlage zur Verteidigung des Reiches, sondern eher eine überwachte Grenzlinie. Die Wachttürme lagen 200 - 1000 Meter auseinander, hatten untereinander Sichtverbindung und waren jeweils mit etwa vier Soldaten besetzt. Mit Hornsignalen oder Fackeln konnten entlang dieser Meldekette Nachrichten bis zum nächsten Kastell weitergeleitet werden.

 

An den wenigen Limesübergängen kontrollierten die Wachsoldaten den Personen- und Warenverkehr in das römische Reich. Die Intensität dieses kleinen Grenzverkehrs war unterschiedlich. Im direkten Vorfeld des Limes bei Aalen/Rainau lebten nur sehr wenige Germanen, allerdings verlief hier eine alte Verkehrsroute von der Donau über Aalen nach Rainau. Über den Limes bei Dalkingen führte der Weg Richtung Norden bis an den Main, wo zahlreiche germanische Siedlungen nachgewiesen wurden. Deren Bewohner pflegten einen weitgehend friedlichen Umgang mit den Römern.

 

Die Wachmannschaften waren für längere Zeit auf einen Turm abkommandiert, wobei sie ihre Lebensmittel (Getreide, Hülsenfrüchte und wenig Fleisch) entweder selbst auf einem Lasttier mitbrachten oder vom Kastell aus beliefert wurden. Die Tagesration von 1 kg Getreide pro Person musste mit der Handmühle gemahlen werden. Bei der Ausgrabung einer Turmstelle am hessischen Limes konnten um den Turm herum Erdkeller und Backöfen gefunden werden. Vielleicht wurden sogar Schweine, Ziegen oder Hühner gehalten und bei Bedarf geschlachtet.

 

Höhe, Zugänge und Fenster

Die Wachttürme am Limes hatten in der Regel drei Geschosse, wobei die Standhöhe in der Wachstube durch die notwendigen Sichtverbindungen zu den Nachbartürmen bestimmt wurde. Über dem Sockelgeschoss ag die Wohnstube und darüber die Wachstube, die beide etwa 3,30 m hoch sind. Die Gesamthöhe des Turmes beträgt 11,70 m. Der Eingang lag im ersten Stock und konnte nur über eine Leiter erreicht werden, die bei Gefahr und über Nacht eingezogen wurde. Auch das Obergeschoss wurde sicher über eine Leiter erreicht, die wohl in der Mitte des Raumes durch eine verschließbare Dachluke hinaufführte. Da das Mittelgeschoss als Wohn- und Aufenthaltsraum der Wachmannschaft diente, wird es ein bis zwei kleine Fenster besessen haben.

 

Warum fehlt die Galerie?

Während die Steintürme auf der Traianssäule eine umlaufende Galerie zeigen, sprechen die Panoramafenster der Odenwaldtürme gegen einen solchen Umgang. Für die Türme am vorderen Limes fehlen dazu jegliche Hinweise. Da Holztürme mit Galerie eine aufwändigere Baukonstruktion erfordern, wurde hier darauf verzichtet. Die Fenster im Obergeschossbieten haben einen hervorragenden Rundblick und der Wachsoldat konnte sich so besser vor Wind und Wetter schützen und bot möglichen Feinden kein leichtes Ziel.

 

Dachdeckung

Die Holztürme können mit Schindeln, Brettern oder Bohlen gedeckt worden sein, wobei alle Techniken für die Römerzeit belegt sind. Im Bereich der Grate waren Abdeckungen vorhanden, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Am Firstkranz ergibt sich zudem eine waagerechte Fläche, die entweder als Rauchabzug genutzt wurde oder wie hier ein Verzierungselement in Form eines Pinienzapfens trug.

References

  1. den Informationstafeln vor Ort entnommen